abbyglennon

Der amerikanische Fußballstar Abby Wambach hat eine neue Freundin: die Bloggerin und Autorin Glennon Doyle Melton. Nicht, dass mich das in irgendeiner Weise interessieren würde, ich bin schließlich in einer glücklichen Beziehung. Aber trotzdem. Seufz. Schmacht. Heul.

Egal, worüber ich eigentlich schreiben wollte: immer häufiger wird über (prominente) Frauen berichtet, die ihr ganzes Leben lang heterosexuell waren (oder sich zumindest dafür hielten) und nun mit einer Frau zusammen sind. Auch Doyle Melton war vorher mit einem Mann verheiratet. Die Bestsellerautorin Elizabeth Gilbert, einem breiten Publikum bekannt seit dem Buchhit „Eat, Pray, Love“, hat kürzlich ebenfalls bekannt gegeben, dass sie sich von ihrem Ehemann scheiden lässt und nun mit ihrer besten Freundin zusammen ist. Die amerikanische Schauspielerin Maria Bello hat über diese Erfahrung vor ein paar Jahren eine schöne „Modern Love“-Kolummne für die New York Times geschrieben.

Ich lese solche Geschichten sehr gerne, weil ich mich darin wiederfinden kann. Zumindest, wenn die ganze Sache nicht unter die Rubrik „late-blooming lesbians“ gepackt wird. Das mag für einige Frauen zutreffen, aber bei den meisten würde ich bezweifeln, dass sie ihr ganzes Leben auf dem Holzweg waren und nun plötzlich gemerkt haben (oder jetzt endlich  ausleben können), dass sie lesbisch sind. Wie wär’s stattdessen mit „bisexuell“? Komischerweise scheuen sich die meisten, diesen Begriff zu verwenden. Vielleicht aus der Abneigung ggü. Schubladen, wo man doch gerade gemerkt hat, dass die Schublade, in der man sein bisheriges Leben steckte, nicht wirklich passend war.

Die britische Psychoanalytikerin Susie Orbach, die ebenfalls spät ihre erste homosexuelle Partnerschaft begann, hat dies gut beschrieben: „We are finally beginning to recognise that sexuality is neither a binary nor fixed. That love, attraction, identity, attachment and sexuality are more layered and interesting than they have been allowed to be represented in the public space as being until now. That, as their complexity is opened up to us, the crudity of realising you were always gay or always straight is for many people a nonsense.

Of course, those categories are authentic for many, and even when an individual’s desire switches it doesn’t invalidate a previous position. One can have loved a man – more than one, as I did – and then, unexpectedly and deliciously, find love with a woman. We make this an oddity, but it is not so infrequent. Life opens up in one way and then in another, and being able to take the possibilities that emerge is part of a modern moment in our little bit of the world that is exciting.“

Quelle Foto: https://www.instagram.com/glennondoylemelton/