zadie_smithVon der britischen Autorin Zadie Smith wusste ich bisher nicht viel, außer, dass ich ihr Buch „On Beauty“ sehr mochte, und dass sie zauberhaft aussieht (wie in der neuen Ausgabe der Gentlewoman zu bewundern). Dass es auch eine Freude ist, ihr zuzuhören, beweist sie in der amerikanischen Radiosendung „Fresh Air“. Im Gespräch mit Terry Gross erzählt sie u.a., warum sie sich gerne mit Fremden, z.B. Taxifahrern, unterhält, die völlig andere Ansichten haben.

„People’s views are not quite what they seem to be either, I find. You can almost always find a human place of connection to speak to somebody, in my experience. So I like to kind of extend those conversations. And I don’t feel the need to correct the person in the cab. What am I trying to correct, for my own personal rectitude, as if somebody’s watching to make sure that the world knows that I do not agree with said views of cabcriver. I’d rather just listen to said views of cabdriver, because to me – sorry to use the word over and over again – it’s interesting.“

Was für eine tolle Frau. Auch wenn ich dem Taxifahrer bei bestimmten Dingen doch widersprechen, und nicht nur zuhören, würde – was die Welt braucht, sind Menschen, die sich für andere Menschen interessieren. Gibt’s leider im Gegensatz zu Leuten, die stundenlang von sich erzählen, ohne nur eine einzige Gegenfrage zu stellen, sehr selten.

Was ich auch sehr mag an Zadie Smith: Dass sie darauf besteht, das Leben so komplex darzustellen, wie es ist. Dazu gehört, Ambivalenzen zuzulassen, sich Sachen nicht schönzureden, um selbst in einem besseren Licht zu erscheinen. So sagt sie über das Leben mit Kindern: „That kind of argument where you say, you know, children just like mothers when they’re happy, so it’s better if you’re happy, so you should definetly go and have that massage and go to Turks and Caicos for a month, because if you’re happy, your children will be happy – who doesn’t want to believe that? I want to believe that, that sounds awesome. But I guess I’m suspicious of arguments which are in essence self-serving, no matter what context in your life you place them, not just motherhood. We all do it, in all areas. It is certainly true that a happy mother is better than an unhappy mother, but it is also true that children’s happiness does not always align with my happiness. They want things I don’t want.“

Die Fronten scheinen in vielen Streitfragen so verhärtet,  dass die Welt schwarz und weiß angepinselt werden muss, dabei sind es doch Widersprüchlickeiten, die uns menschlich und das Leben interessant machen.